15. November 2017 - Badische Zeitung

Blutwurst und Metzelsuppe

Fasentauftakt im Nörgler: Volles Haus beim Schlachtfest der Reichenbacher Schergässler.

 

Noch ein Schlag Kartoffelbrei und auf dem Teller ist kein Platz mehr frei. Foto: heidi fössel

LAHR-REICHENBACH. Zu Martini verlieren nicht nur zahlreiche Gänse ihr Leben. Traditionell führen die Reichenbacher Schergässler im November eine Sau zur Schlachtbank. Am elften Elften, wenn andernorts die närrischen Tage starten, schreiten die Schergässler in den frühen Morgenstunden zur Tat. Mit vereinten Kräften, und unter der bewährten Regie von Jürgen Wieseke, Achim Meier und weiteren Helfern führten sie im weißen Metzgerkittel eine zweieinhalb Zentner-Sau zur Schlachtbank. Das Objekt der Begierde stammte vom Dorner-Hof in Kippenheimweiler. Dort wurde die Sau zur Strecke gebracht. Auf die deftigen Schlachtessen warteten zur Mittagszeit weit über 150 Hungrige im Zunftlokal Nörgler, in dem zum 15. Mal zum Schlachtessen eingeladen wurde. Etwa 170 Portionen Blut- und Leberwürste samt Kesselfleisch und Metzelsuppe gingen über die Theke, außerdem reichlich Sauerkraut und Kartoffelbrei. Die opulenten Portionen waren im Nu verspeist. Zur Abrundung gab’s badischen Moscht und zünftige Obstwässerle. "Der Auftakt in die fünfte Jahreszeit hätte nicht besser ausfallen können", sagte am Samstag Oberzunftmeister Thomas Fischer, der sich mit seinem Vize Armin Furtwängler darüber freute, dass die Traditionsveranstaltung einmal mehr gut angenommen wurde und der Nörgler proppenvoll war.

Anteil am Gelingen hatten auch Martin Meier, Iris und Peter Bleicher, die nicht müde wurden, großzügig die Teller zu füllen. Wie in den Vorjahren steuerte Peter Bleicher sein Spezialrezept für das Sauerkraut bei, das in der Zusammensetzung auch in der 15. Auflage sein Geheimnis blieb. Geschätzte 170 Schlachtplatten wurden verspeist. "122,5 Kilo Schlachtgewicht", bestätigte Wieseke zur Mittagszeit. "Es schmeckt wieder vorzüglich", hießt es in der geselligen Runde. Dazu gesellt hatten sich auch Nachbarn aus Kuhbach, aus Seelbach, vom Golfclub im Gereut und anderen örtlichen Vereinen. In fröhlicher Runde bestand genügend Zeit, um Pläne für die bevorstehende Kampagne zu schmieden. Nach dem Jubiläum anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Schergässler, der Einweihung des Narrenbrunnens auf dem Lindenplatz sowie dem Konvent des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) im Oktober richteten die organisierten Narren ihren Blick bereits auf die kommende Kampagne. In der warten zahlreiche Feierlichkeiten auf Einheimische und Besucher: 2018 feiert die Zunft in der Narrenhochburg 90 Jahre Richebacher Dorffasent. Der Jubiläumsumzug startet bereits am Sonntag, 14. Januar mit 3000 Hästrägern und Musikern. Der Zunftabend folgt am 27. Januar in der Geroldseckerhalle. Der zweitägige Schergassen-Jahrmarkt über die eigentliche Fasent am 11. und 12. Februar 2018.

 

17. Oktober 2017 - Badische Zeitung

Großes Lob für die Schergässler

Professionelle Organisation.

 

LAHR-REICHENBACH (wob). Närrische Verbandsarbeit ist anstrengend – besonders nach einem fulminanten Auftakt zum Herbstkonvent wie am Samstag in der Narrenhochburg Reichenbach. "Partnerprogramm, Narrenhock und Bunter Abend waren grandios", lobte VON-Narrenmeister Klaus Peter Klein die Organisatoren aus Reichenbach beim 73. Herbstkonvent am Sonntag in der Geroldseckerhalle. 80 Zünfte und deren Delegierte hatten teilgenommen.

Dass Fastnacht auch tierisch ernst sein kann, zeigte der weitere Verlauf der Verbandsversammlung. Die musikalische Begrüßung nahm der Musikverein Reichenbach unter Manuel Gruber mit dem Badnerlied vor. Narrenmeister Klaus Peter Klein führte in die Regularien ein und stellte unter Beweis, dass Konvents-Versammlungen einem strengen Protokoll folgen. Vor dem regulierten Brauchtum entbot Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller den Gruß der Stadt Lahr. Ein dickes Lob gab es für die Gastgeber. Oberzunftmeister Thomas Fischer dankte den rund 200 aktiven Helfern aus der eigenen Zunft für die Organisation. Narrenmeister Klein gab bekannt, dass der Verband die Jugendarbeit seiner Mitgliedszünfte besser unterstützen will. Erste Veranstaltungen seien auf den Weg gebracht worden. Dass der Verband auch finanziell gut aufgestellt ist, bestätigte Schatzmeister Horst Schleith. Einstimmig votierten die Vertreter auch für die Vergabe des Konvents 2018 an die Narrenzunft Schonach, für die sich am Sonntag deren Oberzunftmeister Johnny Kienzler und Bürgermeister Jörg Frey bewarben.

Ehrungen: Vorstandsmitglied Rainer Kimmig aus Oberkirch wurde für 44-jährige aktive Fasent mit dem Orden "E halbs Lebe" ausgezeichnet. Mit dem goldenen Verbandsorden wurde Dirk Hässler von der Fasentzunft Freiburg-Oberwiehre ausgezeichnet. Den silbernen Verbandsorden erhielten Marion Kirsch aus Neuenburg und Marko Hipfel aus Neustadt. Narrenmeister Klaus-Peter Klein erhielt von Ortsvorsteher Klaus Girstl zur Erinnerung an die Austragung des 73. Herbstkonvents in Reichenbach einen in Ton gegossenen Lahrer Hinkenden Boten.

16. Oktober 2017 - Badische Zeitung

Schergässler zeigen, wie Fasent geht

Für den Herbstkonvent der Oberrheinischen Narrenzünfte hat die Zunft das Rahmenprogramm auf die Beine gestellt.

Helmut Dold (mit Trompete) stimmt die Gäste auf dem Lindenplatz ein. Foto: Heidi Fössel

LAHR-REICHENBACH. Die Fasentzunft der Schergässler hat am Wochenende das Rahmenprogramm für den 73. Herbstkonvent des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) in der Narrenhochburg Reichenbach organisiert. Zum zweiten Mal nach 1972 war Reichenbach der Gastgeber. Die Delegierten der 80 Zünfte mit rund 500 Gästen vom Oberrhein erlebten bei sonnigem Herbstwetter in Reichenbach närrisches Brauchtum in allen Facetten. Narrenmeister Klaus-Peter Klein vom Verband der Oberrheinischen Narrenzünfte kam mit dem Präsidium aus dem Staunen nicht heraus: "Die Reichenbacher können richtig Fasent feiern", so sein Kompliment. Mit großem Engagement und unter Beteiligung von 180 Schergässlern wurde den Gästen gezeigt, was die Narrenhochburg Reichenbach im 60. Jahr ihres Bestehens ausmacht.

Die Stadt hatte am Samstagnachmittag zum Empfang in das Reichenbacher Rathauses eingeladen. Mit einem kräftigen "Narri-Narro" begrüßte Ortsvorsteher Klaus Girstl die Vertreter aus Politik und Narretei, darunter Oberzunftmeister Thomas Fischer von den Schergässlern und seinen Stellvertreter Armin Furtwängler. In Reimform ging Fischer auf das bevorstehende Begleitprogramm ein, das die Würze eines Konvents ausmache und für das sich die Schergässler viel vorgenommen hätten. Für die Besucher vom Oberrhein öffneten sich zum Beispiel die Hammerschmiede. Wein vom Schutterlindenberg im neuen Schergässlerglas stand beim Empfang im Reichenbacher Rathaus bereit, wo Narrenmeister Klaus-Peter Klein sich für den herzlichen Empfang bedankte. Betont wurde die innige Verbundenheit zum Verband der Oberrheinischen Narrenzünfte. Ein goldenes Verbandssiegel am Bande gab es für Ortsvorsteher Klaus Girstl, eine Urkunde nahm Thomas Fischer für die Ausrichtung des 73. Herbstkonvents nebst Dank und "hochwohllöblicher Anerkennung" entgegen.


Brauchtum auf beste Art demonstrierten die "Waggele", die in ihrem frisch herausgeputzten Bimmelbähnle Präsidium und Delegierte zum Narrenhock auf den Lindenplatz kutschierten. Unter strahlender Sonne brachte de Hämme, alias Helmut Dold, der fast 500-köpfigen Gästeschar bei, wie in Reichenbach die Fasentraketen gezündet werden. Der Kuhbacher, der selbst viele Jahre Spaßmacher am Schutterstrand war, versprühte auf dem Lindenplatz viel Witz und Humor und blies in seine Trompete. Garant für gute Stimmung beim Bunten Abend in der Geroldseckerhalle war ein Narrenprogramm, bei dem die Schergässler ihren Gästen einen kleinen Ausschnitt ihres Zunftabends präsentierten. Der närrische Nachwuchs der Minis und Maxis war dabei, Tanja Mühlhaus mit einem närrischen Jahresrückblick, der Lahrer Hinkende Bote, die Comedy-Truppe "Die Neuen", die Tratschwieber Paula und Anna bis hin zum Buurequartett, das für Ohrwürmer am Fließband sorgte. Die Versammlung des Verbands mit den Regularien fand am Sonntag statt (die BZ wird noch berichten).

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