5. Februar 2023 - Lahrer Zeitung

62. Zunftabend in Reichenbach

"Schergässler" heizen bei Zunftabend ordentlich ein

Die Geroldsecker Halle verwandelte sich kurzerhand in ein Hallenbad. Foto: Vögele

Mit einem grandiosen Feuerwerk der Narretei haben die "Schergässler" die heiße Phase der fünften Jahreszeit eröffnet. Es war mit Händen zu greifen, wie sehr das närrische Auditorium nach den Jahren der Pandemie diesen Abend herbeigesehnt hatte.

Lahr/Reichenbach - Der 62. Zunftabend der "Schergässler" vereinte in der Geroldseckerhalle, was der lokalen Fastnacht ihr Flair gibt: Auf der Bühne waren die Flaggschiffe der Reichenbacher Fasent, im Saal, wer in der Bundes- und Lokalpolitik, im Dorf und im närrischen Leben Rang und Namen hat, dazu viele Narren aus dem Volk. Sie alle hieß Oberzunftmeister Thomas Fischer willkommen, dem die Freude über die wiedergewonnene Narrenfreiheit ins Gesicht geschrieben stand.

Inthronisation des Baronspaars

Nach der Inthronisation des Baronspaars "Christian II. Joos-Hügel und Nicole Joos" folgten die Beiträge, die den Ruf des Zunftabends begründen. Wie immer schaffte es die Zunftband "Skunks AT", rundum für närrische Stimmung zu sorgen. Durch das Programm führten mit lockeren Zungen Oberzunftmeister Thomas Fischer und Zunftmeister Armin Furtwängler, assistiert von Jens Jägle-Enders, wobei sie immer wieder freundschaftlich und mit Unschuldsmiene Gäste aus Seelbach oder Kuhbach neckten. Die "Mini-Mini-Tanzgruppe" erfreute mit einer schaurig-schönen Inszenierung zum Motto "Tanz der Vampire". Allerdings nahmen die Tänzerinnen mit ihrem Liebreiz schnell den Grusel von den Besuchern und verwandelten ihn in begeisterten Beifall. Katja Bohy, Nicole Weinrich-Dold und Michaela Lauer, die seit Jahrzehnten die Minis betreuten, legen diese Aufgabe in neue Hände und wurden von Fischer in den "Ruhestand" verabschiedet.

Tanz und Komik auf der Bühne

Kalendermann Rolf Hügel kommentierte als "Lahrer hinkender Bote" die Zeitgeschichte, nahm lokale und weltpolitische Ereignisse ins Visier und sparte nicht mit Spott über die Begebenheiten der Coronajahre. Fasent pur lieferte die "Schergässlertanzgruppe" mit ihrem traditionellen Tanz unter der Leitung von Katja Herrmann. Dann nahmen "Die Neuen" von der Bühne Besitz. Beate Maier, Thomas Fischer, Armin und Gerd Furtwängler, Jürgen Glatz und Patrick Decker strapazierten mit ihren frappierenden Einfällen und mit allerlei Situationskomik die Lachmuskeln. Sie hatten die Bühne in das "Strandbad Geroldseckerhalle" verwandelt und trafen mit ihren Bonmots immer wieder ins Schwarze.

Zum zweiten Mal  "d‘ Jung" in der Bütt

Für die musikalischen Clous sorgte wieder Jürgen Glatz. Zum zweiten Mal stand "d‘ Jung" in der Bütt. Shania Bohy, die ihre närrischen Gene von ihren Eltern geerbt hat, berichtete dieses Jahr von ihren Erfahrungen als Studentin, die als Mädchen vom Dorf sich in der Großstadt wiederfindet und dabei immer wieder mit kleinen witzigen Seitenhieben auf ihre Eltern überraschte. In die 1990er-Jahre versetzten die "Maxi-Minis" mit ihrem fulminanten Tanz zur Musik der Rockballade "The show must go on" das begeisterte Publikum, das sich mit Beifallsstürmen eine Wiederholung des Showtanzes gefordert hatte. Die Leitung lag bei Nadja Disch, Julia Moser und Shania Bohy.

Närrischer Jahresrückblick

Nicht wegzudenken aus dem Programm ist der "Närrische Jahresrückblick", den wie schon im vergangenen Jahr Tanja Mühlhaus mit Tochter Larissa und dem musikalischen Begleiter Reiner A. Kammerer zelebrierten. Die Protagonisten der Richebacher Zunftabende verstanden es, allerlei skurrile Vorkommnisse in Politik und Gesellschaft mit kecken Lippen auf die Schippe zu nehmen und das Publikum zu begeisterten Ovationen zu führen. Urwüchsige Fastnacht zelebrierte einmal mehr das "Buurequartett" Timo Haag, Patric Bohy, Martin Dosch, Daniel Moser und Harry Gyssler. Mit neuem Programm, frappierenden Einfällen, auf die man erstmal kommen muss, präsentierten sie sich wieder als Quintett und brachten mit ihrer frech-fröhlichen und trockenen Bauernschläue den Saal zum Beben.

Zum Finale alle Akteure auf der Bühne

Das Finale des Abends vereinte zur frühen Morgenstunde alle Akteure auf der Bühne, die es auch in diesem Jahr geschafft hatten, dem Reichenbacher Fastnachtsmotto treu zu bleiben: "Jedem zur Freud, keinem zum Leid".

24. Februar 2022 - Badische Zeitung

Der Macher des Fasentpfads

Menschen & Masken: Zunftmeister Armin Furtwängler ist wieder für das Angebot verantwortlich / Heute ist Eröffnung

Armin Furtwängler kümmert sich auch um den zweiten Fasentpfad der Schergässler. FOTO: Wolfgang Beck

LAHR-REICHENBACH Auf Hochtouren ist dieser Tage im Schergässler-Zunftlokal „Nörgler“ in Reichenbach gearbeitet worden. Am heutigen Schmutzigen Donnerstag soll der zweite Fasentpfad eröffnet werden. Dafür verantwortlich ist Armin Furtwängler, der Zunftmeister der Schergässler. „Ich bin zu dem Posten gekommen, weil ich einen Nagel gerade einschlagen kann“, sagt der technische Leiter beim Besuch im „Nörgler“. Die Erklärung kommt mit Augenzwinkern. Gleichzeitig fallen viele Utensilien ins Auge, die in allen Ecken und Enden herumliegen und darauf warten, aufgestellt zu werden. Mit Hochdruck wird am Richebacher Fasentpfad gesägt, gehämmert und gemalt. Es ist der zweite in der Geschichte der Zunft. „Noch vier Arbeitseinsätze“, rechnet der Narrenvize beim Besuch am Wochenende vor, „dann muss der Fasentpfad stehen“. Seit 2012 ist Armin Furtwängler Zunftmeister. Zuvor war er beim Fanfarenzug aktiv, dann Hästräger und bei fast allen Umzügen dabei. „Ich bin seit früher Kindheit mit der Narretei am Schutterstrand verbunden“, sagt der 52-Jährige, der von seinem Vater Karl Furtwängler (82) das Fasentgen bekommen hat.
 
Die Idee des Fastentpfads wurde im Vorjahr wegen der Pandemie geboren. Für die zweite Auflage überarbeiten die Schergässler die 18 Stationen auf dem vier Kilometer langen Weg durch Reichenbach. Es soll kein Abklatsch des ersten Pfads werden. Der Ingenieur und Handwerker in Diensten der Narretei blickt auf viele Requisiten, Tafeln und Hinweisschilder, auf denen auch das Markenzeichen des „Wander-Schergässlers“ zu sehen ist. Andreas Krellmann, seit vielen Jahren Karikaturist der Badischen Zeitung („Krellmann am Samstag“), hat nach 2021 auch den aktuellen Fasentpfad illustriert. „Es wird nichts verraten“, macht Armin Furtwängler im Vorfeld ein Geheimnis um die 18 Stationen, die noch mehr bieten sollen als im Vorjahr. Angefangen von den Tafeln, auf denen der gebürtige Kuhbacher und bekennende Narr Helmut Dold neue Witze aus seinem Büchlein verewigt hat, bis zu vielen anderen Aktivitäten am Wegesrand reicht der große Katalog der Ideen. Etliche Aktiv-, Rate- und Geschicklichkeitsstationen für Groß und Klein sind darunter, diesmal sogar eine kleine Ausstellung in der Reichenbacher Hammerschmiede, in der ein Fasenthäs im Wandel der Zeit gezeigt wird, erzählt Furtwängler. „Die Vorbereitungen für den Aufbau der Stationen sind ein Riesenakt“, sagt der Zunftmeister und setzt sich für das Foto zwischen die nummerierten Holzpfosten, die als Wurfspiel an einer der Stationen des Pfads aufgestellt werden.

 

Der Richebacher Fasentpfad führt mit einer Gesamtlänge von vier Kilometern in zwei Schleifen (2,5 Kilometer und 1,5 Kilometer) durch Reichenbach und soll den Spaziergang an der frischen Luft zum närrischen Erlebnis werden lassen. 18 Stationen am Rand des Fasentpfads sorgen für närrischen Frohsinn, bieten aber auch viel Wissenswertes über die Richebacher Fasent und die Fasentzunft der Schergässler. „Nach wie vor ist die Pandemie noch nicht ausgestanden. Folglich gelten die Abstands- und Hygieneregeln nach wie vor“, schreiben die Schergässler in ihrem Flyer zum Richebacher Fasentpfad, der beim Zunftlokal Nörgler ausliegt und auf die Strecke mitgenommen werden sollte, zumal darin auch die 18 Stationen und die Fragen für das Ratespiel aufgeführt sind. Der Fasentpfad kann zu folgenden Zeiten begangen werden: Heute, Schmutziger Donnerstag, von 11.11 Uhr (Eröffnung) bis 18 Uhr. Ab morgen, Freitag, 25. Februar, bis Sonntag, 6. März, von 9 bis 18 Uhr.

21. Februar 2022 - Lahrer Zeitung

Zunftabend auch digital ein Volltreffer

Die Reichenbacher Fasent lebt – trotz der Pandemie. Diesen Eindruck hat der gelungene digitale Zunftabend der Schergässler vermittelt, bei dem bewährte Akteure der Narrenhochburg, aber auch neue Talente ihren großen Auftritt hatten. Die Ausstrahlung des "digidalen Zunftobends" am Sonntagabend war ein einmaliges Erlebnis. Hinterher wird das Programm nicht mehr im Internet zum Abruf bereitgestellt. Als Grund nennen die Schergässler auf ihrer Internetseite urheberrechtliche Gründe.

Reichenbach. "Können die Menschen nicht zur Fasent, kommt diese in die Wohnungen", sagten sich die Schergässler und schlugen so Corona ein Schnippchen. Sie nahmen bei der modernen Technik Zuflucht und sorgten mit dem Team Beinert für die Fortsetzung der beliebten Zunftabende mit anderen Mitteln. Oberzunftmeister Thomas Fischer, Zunftmeister Armin Furtwängler und Zunftrat Jens Jägle-Enders führten aus dem Studio im Nörgler durch das Programm, während die Akteure ihre Beiträge auf der Bühne der Geroldseckerhalle in gewohnter Weise zur Geltung brachten. Es gab Büttenreden, musikalische Ohrwürmer, schöne Tänze, dazu Überraschungen – schade nur, dass die Fasentfreunde all das allein in ihren Wohnzimmern genießen mussten. Als Gruppenerlebnis hätte es noch mehr Spaß gemacht – die Schergässler hoffen deshalb natürlich, ihren Zunftabend 2023 wieder als Präsenzveranstaltung anbieten zu können.

Traditionell wird beim Zunftabend das Geheimnis gelüftet, wer in diesem Jahr als Baronspaar die Fasent anführen wird. Es dauerte lange, bis dieses Geheimnis im Verlauf des Abends endlich gelüftet wurde und das Baronspaar leibhaftig erschien: Es sind, wie bereits exklusiv berichtet, Baron Karlheinz I. und Baronin Marlies I. alias Karlheinz Himmelsbach und dessen Ehefrau Marlies Himmelsbach – zwei Vollblutnarren, die die Fasent seit Jahrzehnten lieben und leben. Erstmals in die Bütt stieg das Nachwuchstalent Shania Bohy, die locker aus dem Alltag als junges Mädchen im elterlichen Haushalt berichtete und dabei allerlei aus dem familiären Nähkästchen preisgab. Es war für alle unüberseh- und hörbar, dass sie die närrische Ader von den Eltern geerbt hat.

Seit jeher gehören Tanja Mühlhaus und Reiner A. Kammerer zu den Zunftabenden, in diesem Jahr unterstützt durch Larissa Mühlhaus, die in die Fußstapfen ihrer Oma und ihrer Mutter tritt. Temperamentvoll nahmen sie in ihren Couplets auf die Schippe, was sich in der Welt und im Dorf ereignet hat. Rolf Hügel nahm als "Hinkender Bote" ebenfalls so manches aus der großen und kleinen Politik satirisch unter die Lupe, wobei es durch die Corona- und Wahlzeit ja auch nicht gerade wenige Themen für ihn gab. Er schaffte es, auch ernsten Dingen noch heitere Seiten abzugewinnen. Dabei ließ er die Zuhörer auch wissen, aus welchen Quellen er bei seinen Kalendergeschichten schöpft.

Die "Neuen" agierten im Friseursalon "Schädelgärtner" und sorgten dabei mit ihren Gags, flotten Sprüchen und närrischen Ohrwürmern für prima Unterhaltung. Patrick Decker, Thomas Fischer, Armin und Gerd Furtwängler, Jürgen Glatz und Beate Maier zelebrierten einmal mehr urwüchsige Fasent. Kostprobe eines ihrer Witze: Erzählt der Lehrling (Thomas Fischer) seinen Kunden: "Leider bin ich bei der Fahrerprüfung durchgefallen." "Warum", Fragt einer der Kunden nach, "Ich weiß auch nicht." Was war falsch? "Vor dem Kreisverkehr stand ein Schild mit 30. Und dann bin ich halt 30-Mal im Kreisverkehr rum gefahren." "Ha", meint da sein Chef (Jürgen Glatz): "Du wirst dich halt bei den Runden verzählt haben..."

Wieder dabei waren die Mädchen der Maxi-Minis, die sich unter der Leitung von Nadja Disch, Julia Moser und Shania Bohy in die Herzen der Zuschauer tanzten. Die Schergässler-Tanzgruppe unter der Leitung von Katja Schuhmacher erfreute indes mit dem Traditionstanz zu den Klängen des Marschs "Unter dem Doppeladler". Das "Buurequartett" mit Patrick Bohy, Martin Dosch, Harry Gysler, Timo Haag und Daniel Moser sorgte für die Stimmung, die zur "Richebacher Fasent" gehört. Ihre komödiantischen und turbulenten Spiele waren eine gute Mischung aus Nonsens und purer Lebensfreude. Mit raffinierten und gelungenen Werbespots, gepaart mit Einfallsreichtum sowie bizarren Humor, mischten Patrick Bohy und Jürgen Glatz das unterhaltsame Programm gehörig auf.

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