2. Mai 2016 - Lahrer Zeitung

Reichenbach ist schöner geworden

Vorbote: Der Brunnen auf dem Lindenplatz soll noch mit einer  Schergässler-Figur geschmückt werden.  Foto: red Foto: Lahrer Zeitung

Vorbote: Der Brunnen auf dem Lindenplatz soll noch mit einer Schergässler-Figur geschmückt werden. Foto: red

Zur Einweihung ist bei bestem Frühjahrswetter das ganze Dorf zusammengekommen: Die Fertigstellung des Lindenplatzes ist am Festtag gefeiert worden.

Reichenbach (red/sm). Die Verwaltung spendierte aus feierlichem Anlass Freibier, das Buurequartett spielte auf, und die Fasentzunft bewirtete die zahlreichen Gäste, die es sich auf dem neuen Lindenplatz zwischen Dorfmarktständen gemütlich machten. Ortsvorsteher Klaus Girstl erinnerte an die lange Entstehungsgeschichte für das Großprojekt "Erneuerung Gereutertalstraße", für das insgesamt zwei Millionen Euro veranschlagt wurden. Von den geplanten vier Bauabschnitten sei der erste für knapp 700 000 Euro umgesetzt worden, sagte Girstl. Der Ortsvorsteher erinnerte an den Dorfentwicklungsplan, in dem der Ausbau der Gereutertalstraße mit Lindenplatz und Bachbegehung einen zentralen Schwerpunkt erhalten habe. "Das Dorfbild hat sich positiv verändert", sagte der Ortsvorsteher bei der Einweihungsfeier auf dem Lindenplatz. Girstl dankte allen Beteiligten für die erfolgreichen Arbeiten, die zuweilen aber auch die Anwohner die letzten zehn Monate auf eine harte Geduldsprobe gestellt hätten.

Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller freute sich mit der Verwaltung, den kommunalen Vertretern, den Planern und Handwerkern über das Gestaltungskonzept, an dem der Ortschaftsrat Reichenbach sowie die Bürger wesentlich beteiligt gewesen seien. "Sie haben eine große Verantwortung wahrgenommen", sagte Müller anerkennend. Der Oberbürgermeister legte Wert auf die Feststellung, dass trotz der Landesgartenschau in Lahr die Stadtteile nicht vergessen werden. "Wir lassen nicht zu, dass andere Dinge zu kurz kommen", sagte Müller über das Bauprojekt, für das im ersten Abschnitt alleine rund 700 000 Euro ausgegeben worden seien. Mit einem Glas Freibier wurde auf das Gelingen des Umbaus angestoßen.

Das Buurequartett gibt sich närrisch

Mit einem "Narri" eröffnete das Buurequartett musikalisch das Einweihungsfest auf dem Lindenplatz, als wäre die Fastnacht ausgebrochen. Die Schergässler sorgten dafür, dass Hunger und Durst unter den Festgästen bis in die späten Abendstunden gestillt wurden. Ein kleiner Schergässler, der auf einen Stuhl in den Brunnen gesetzt wurde, gab schon einmal die weiteren Planungen in der Narrenhochburg Reichenbach vor: So soll in naher Zukunft der öffentliche Brunnen, aus dem reichlich Wasser sprudelt, mit einer Narrenfigur der Schergässler geschmückt werden. Jetzt schon fertig seien dagegen die Straßen-, Pflaster- und Ufermauerarbeiten, wie die Festredner am Freitag betonten. In den Gesamtkosten von 690 000 Euro für die Neugestaltung seien die Umbaumaßnahmen einschließlich des Ingenieurhonorars, der Beleuchtung, Bepflanzung und Bestückung des Lindenplatzes mit Sitzbänken, Strom- und Wasseranschlüssen sowie Weihnachts- und Narrenbaumhalterung enthalten, sagte der Ortsvorsteher.

25. Januar 2016 - Badische Zeitung

Fulminanter Start in die Fasent

Programm und Büttenreden lassen den Zunftabend der Reichenbacher Schergässler zum Gesellschaftsereignis werden.

Die Richebacher Spatzen bei ihrem umjubelten Auftritt. Mit von Partie: das närrische Urgestein Gerd Merz als Queen Elizabeth Foto: Heidi Fössel

LAHR-REICHENBACH. Wenn die Schergässler zum Zunftabend in die Geroldsecker Halle einladen, kommt auch lokale und regionale Politprominenz. Diese Fasentveranstaltung ist Kult. Das Programm: bissige Büttenreden, schmissige Musikauftritte, schwungvolle Tänze. Fasent auf hohem, sehens- und hörenswerten Niveau. Seinen ersten Auftritt hatte das Baronspaar Sandra II. und Frank Bodo I. Gekommen waren unter anderen Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller, Bürgermeister Tilman Petters, Gemeinderatsmitglied Walter Caroli, Ortsvorsteher Klaus Girstl, Johannes Fechner (MdB, SPD) sowie die Landtagskandidaten Marion Gentges (CDU) und Karl-Reiner Kopf (SPD). In dieser Saison gab es ein bejubeltes Revival: Angesichts von 55 Jahren Zunftabendgeschichte und nach 20 Jahren Pause fanden sich die legendären Reichenbacher Spatzen unter der Leitung von Herbert Haag und Gerd Merz auf der Bühne wieder zusammen.

Oberzunftmeister Thomas Fischer sprach den geheimen Wunsch Vieler aus, dass die Schlager- und Schunkellieder singenden Spatzen doch auch in Zukunft wieder aktiv sein mögen. Tänzerisch begeisterten auch dieses Mal wieder die Tanzgruppen der Mini-Minis (Leitung: Katja Bohy, Nicole Weinrich-Dold, Michaela Lauer, Steffi Kappus) und der Maxi-Minis (Leitung: Tanja Mallach und Michaela Fabry). Die ganz Jungen fegten als Wikinger über die Bühne, die Größeren überzeugten als äußerst bewegliche und charmante "Babuschkas", inklusive farbenfroher Haarkränze. Mallach und Fabry zeichneten sich für dieses Mal jedoch zum letzten Mal verantwortlich für Auftritt und Choreografie der Maxi-Minis. Der Hinkende Bote gab seine humorvoll-kritischen Kommentare in alemannischen Reimen zum Besten. Vor allem die Flüchtlingspolitik, der VW-Skandal und die Korruptionsaffäre rund um die Fußball-WM 2006 waren Themen. Auch für Rolf Hügel war es ein Bühnenjubiläum. Seine Rastätter Auftritte eingerechnet, so der Oberzunftmeister, stehe Hügel seit nunmehr 50 Jahren auf der Bühne. Der musikalische und rhetorische Jahresrückblick von Tanja Mühlhaus durfte natürlich nicht fehlen. Mühlhaus ließ fast kein Thema aus. Sie setzte den Bauarbeiten zur Neugestaltung des Lindenplatzes in Reichenbach sozusagen ein Denkmal. Bejubelt wurde ihr Vorschlag, doch das Ortschaftsratsmitglied Julius Benz dort als Skulptur aufzustellen. Dass sie das Publikum perfekt in närrische Stimmung zu versetzen wusste, bewies sie mühelos. Schließlich stimmten alle mit ihr ein: "S’isch Fasent", nach der Melodie des italienischen Schlagers "Volare".

Das Buurequartett setzte hier noch einen drauf und brachte die Narren mit Sketchen und Klassikern wie "Geh’ mer in d’Schergass" und "Auf der Straße nach Schuttertal" in Hochform. Die Richebacher Tratschwieber Christa Reithler und Gisela Heitzmann (Paula und Anna) verstanden es, in genüsslich spottenden Dialogen so manche kleine Missgeschicke Reichenbacher Bürger und Originale liebevoll aufs Korn zu nehmen. Selbst dass der Lahrer Oberbürgermeister ein Knöllchen hat zahlen müssen, war den wachsamen Beobachterinnen nicht entgangen. Eines Samstags hatte dieser vor dem Rathaus sein Privatauto geparkt, weil er noch Überstunden machen wollte. Er soll das Knöllchen sofort und persönlich am Montagmorgen auf dem Bürgerbüro bezahlt haben – dafür gebe es zuverlässige Quellen, wussten die Tratschwieber. "Die Neuen" unter der Leitung von Thomas Fischer (Text) und Jürgen Glatz (Musik) trugen mit ihrem Beitrag zur fröhlichen Stimmung bei – bis zum großen Finale. Da war es schon fast ein Uhr morgens.

25. Januar 2016 - baden online

Stimmungsvoller Schergässler-Zunftabend begeistert Besucher

580 Besucher amüsierten sich am Samstagabend in der Geroldseckerhalle bestens beim 55. Zunftabend der Reichenbacher Schergässler. Das Non-Stop-Programm dauerte länger als fünf Stunden.

Foto: Burkhard Ritter

Das Zunftabend-Programm der Reichenbacher Schergässler ging lange und war doch kurzweilig. Ein ums andere Mal mussten die Bühnenakteure dem fordernden Publikum Zugaben gewähren. Mit von der Partie waren die aus den Vorjahren bekannten und bewährten Protagonisten der »Richebacher Fasent«. Als Überraschung des Abends traten die »Erfinder« des Reichenbacher Zunftabends auf, die ihr 55-Jähriges am Samstag als »älteste Boygroup Deutschlands« feierten: die Reichenbacher Spatzen. Und die hatten (täuschend echt) Promis mitgebracht: DJ Ötzi, Conchita Wurst, Udo Lindenberg und aus dem englischen Königreich sogar die Queen. Nach fünf Jahren Auftrittspause war dieses Gastspiel der Spatzen als deren letzter Akt bei einem Zunftabend angekündigt. Aber sollte man jemals »nie mehr« sagen? Abschied nahmen auch Tanja Mallach und Michaela Fabry als Regisseurinnen der Maxi-Minis, die wie der noch jüngere Fasent-Nachwuchs der Schergässler aus der Reichenbacher Fasent nicht mehr wegzudenken sind. Am Ende gab es Riesenapplaus für alle Akteure.

 Unsere Sponsoren