Reichenbacher Spatzen

Albert Weiss wollte der Reichenbacher Fasent einen besonderen Abend präsentieren, was ihm durch Gründung der Gesangsgruppe der Dorfspatzen, so die erste Namensbezeichnung, auch gelang. Dieser Gruppe um Initiator Albert Weiss ist der heutige Zunft- und Galaabend der Schergässler zu verdanken. Die ersten Zunftabende wurden von den Spatzen alleine bestritten. Bundespolitik und lokale Begebenheiten waren ihre Themen. Ab 1969 imponierte die Gruppe dann mit ihrer unvergesslichen Spatzenshow, bei der Prominente aus Film und Fernsehen, Politik und Sport musikalisch vorgestellt wurden. Die Spatzen traten auch als Moritatensänger auf und glossierten kommunale Ereignisse. Texter der Parodien waren Gerd Merz und Herbert Haag, der die Spatzen seit 1975 leitet.

 Zunächst waren ihre Auftritte nur auf Reichenbach begrenzt. Nachdem sich die Qualität der Gruppe herum gesprochen hatte, folgten Auftriffte in der gesamten Ortenau, über den Freiburger Raum bis zum Oberrhein. Auch im benachbarten Elsass wurden die Sänger aus dem Schuttertal gebührend gefeiert. 1995 waren die Spatzen dann nach 34-jähriger Bühnenpräsenz vermeintlich letztmalig in der Geroldseckerhalle zu sehen. Denn 2011 und 2016, zum 50. und 55. Zunftabendjubiläum glänzte die Gruppe noch zwei Mal auf der Zunftabendbühne und trumpfte nochmals mächtig auf.

Die Reichenbacher Spatzen zeigten aber auch ihre soziale Ader. Mit Rücksicht auf die große Flutkatastrophe in Hamburg im Februar 1962 wurde in Reichenbach auf den närrischen Umzug verzichtet. An Stelle des Umzugs zogen die Spatzen singend durch den Ort, um für die Flutopfer zu sammeln. Der stattliche Geldbetrag wurde dann auf ein Spendenkonto überwiesen.

Im Mai 2011 feiern die Spatzen ihr 50-jähriges Bestehen. Nach wie vor ist die Gruppe aktiv. Beim großen Umzug der Schergässler wirken die derzeit elf Spatzen Josef Beck, Alois Bernhard, Franz Josef Fischer, Wolfgang Glatz, Herbert Haag, Alfred Hertenstein, Günter Just, Reiner Kammerer, Gerd Merz, Heinz Sälinger und Fritz Werner immer wieder mit. Legendär sind auch die "Spatzennester", die in der Reichenbacher Hauptstraße entweder in der "Schreinerei Fischer" oder ins "Merze Hof" geöffnet wurden. 1986 luden die Spatzen erstmalig in ihr Nest ein. Die beim Narrenvolk beliebte Anlaufstation war eine echte Bereicherung der Richebacher Fasent. Dem Narrenvolk wurde aus Küche und Keller stets das Beste geboten. Die "Spatzennester" gehören zwischenzeitlich leider der Vergangenheit an, waren aber immer Garant für Frohsinn, Humor und Fröhlichkeit und bleiben in der Geschichte des Schergaße-Johrmarkts unvergessen.

 

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