Ningbo-Reise

"Narri, Narro, wir fahren nach Ningbo!" lautete der damalige Ruf der 101 Narren, die sich vom 19. bis 24. Oktober 2007 ins chinesische Ningbo aufmachten. Auf Einladung der Deutschen China-Gesellschaft flogen unter Federführung der Schergässler Reichenbach, Narren der Zünfte Horrig Ettenheim, Sendewelle Altdorf, Rämässer Ringsheim, Biberach, Dingelispättle Ortenberg, Umbeiser Ohlsbach, Kruttstumpe Schuttern und der Musikverein Reichenbach gemeinsam mit den Schergässlern nach China. Dazu kam es, weil eine chinesische Delegation im Rahmen eines Besuchs beim Lahrer Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller die fasnachtlichen Bräuche in der Region hautnah und begeistert miterlebte. Die Stadt Lahr wurde im Anschluss zur deutsch-chinesischen Wirtschafts- und Kulturwoche in Ningbo eingeladen, verbunden mit dem Wunsch der chinesischen Seite, auch etwas vom fasnachtlichen Brauchtum präsentiert zu bekommen. Diesem Wunsch wurde gerne entsprochen und so kam es, dass Abordnungen von acht Zünften der Vogtei Ortenau des Verbandes Oberrheinischer Narrenzünfte im Flieger nach Schanghai saßen.

Nach einer halbtägigen Busfahrt wurde schließlich die Stadt Ningbo und das Hotel erreicht, in dem die Narren mit einem großen Willkommenstransparent herzlich empfangen wurden. Die Gruppe um Chef-Organisator Werner Fehrenbach hatte dann in den folgenden drei Tagen offizielle Auftritte zu bewältigen. Der eigens für die Reise einstudierte Hästanz aller Narren, feierte seine Premiere bei der Eröffnungsfeier des ersten Bierfestivals in Ningbo. Die chinesischen Besucher des Festivals zeigten sich begeistert von der Vorführung und fasziniert von den für sie fremdartigen Masken. Genauso fasziniert waren aber auch die alemannischen Narren von der chinesischen Kultur, die an diesem Abend eindrucksvoll mit einem Drachentanz präsentiert wurde, und der chinesischen Lebensart, in die die Gruppe vier Tage lang eintauchen durfte. Weitere offizielle Auftritte folgten bei der Eröffnungszeremonie einer großen Modemesse, der feierlichen Enthüllung eines Fußballdenkmals sowie beim Europa-Festival auf einem Festplatz vor dem Ningbo-Theater.

Zu den vielen tollen Eindrücken, die in Ningbo gesammelt wurden, gesellten sich am Tag vor der Abreise weitere, noch imposantere Eindrücke. Die Gruppe erkundete bei einer Stadtführung die Millionenmetropole Schanghai. Gigantische Häuserschluchten, Autobahnen auf vier Ebenen übereinander und die Skyline der Stadt wirkten im ersten Moment befremdlich, entwickelten dann aber eine Faszination, derer sich kaum einer entziehen konnte. Allem voran beim Besuch des 468 Meter hohen Oriental Pearl Towers, der von einer 350 Meter hohen Aussichtsplattform einen mehr als beeindruckenden Blick auf das nächtliche Lichtermeer Schanghais bot. Alles in allem, da waren sich die Narren aus Baden beim geselligen Abschlussabend in Schanghai einig, war die Reise nach Ningbo ein Gemeinschaftserlebnis erster Güteklasse, welches sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird. Und sollte es wieder Mal darum gehen, das fasnachtliche Brauchtum anderen Völkern und Kulturen näher zu bringen, sind sicherlich wieder alle Ningbo-Fahrer mit dabei - gemäß dem Motto: "Narri, Narro, ihr trefft uns irgendwo!"

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